Fachkräftemangel Deutschland 2021

Fachkräftemangel Deutschland 2021

Fachkräftemangel in Deutschland 2021:

So wirken sich die Corona

Lockerungen auf den Stellenmarkt aus

Kategorien: Stellenmarkt | 29. Juli 2021

Vieles hat sich getan seit unserer letzten umfangreichen Studie zur Stellenmarktentwicklung 2020. In vielen Bereichen und Gewerben kehrt (scheinbar) ein Hauch von Normalität zurück. Unsere Marktforscher*innen von index Research haben den Jobmarkt 2021 Deutschland genau unter die Lupe genommen, um aktuellste Veränderungen und Entwicklungen zu untersuchen und dem Gefühl von Normalität harte Fakten und Zahlen gegenüberzustellen.

Der Stellenmarkt 2021
im Vergleich zum Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr lässt sich in den ersten zwei Quartalen von 2021 bereits ein deutlicher Aufwärtstrend bemerken. Im gesamten Jahr 2020 hatten rund 308.000 Unternehmen 2,9 Millionen Positionen ausgeschrieben. Die Ausgaben für Stellenanzeigen beliefen sich dabei auf mehr als 2,4 Mrd. Euro*.

Betrachtet man das erste Halbjahr 2021 auf dem Stellenmarkt, sprechen die Zahlen für sich: Knapp 4,3 Millionen Positionen sollten bisher von rund 413.000 Unternehmen besetzt werden. Diese Unternehmen investierten bisher ungefähr 1,7 Milliarden Euro*. Setzt sich dieser Trend fort, wird 2021 in jeder der Kategorien das letzte Jahr deutlich überholen..

*Brutto-Anzeigenumsätze gemäß Listenpreis

Der Stellenmarkt 2021 in Zahlen:

  • rund 4.300.000 ausgeschriebene Positionen
  • 413.000  ausschreibende Unternehmen
  • Investierter Anzeigenumsatz: rund 1,7 Mrd. Euro
  • 20 % der Jobangebote auf 5 Städte verteilt: Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln
  • Stärkster Monat März mit 1.123.902 Anzeigen
  • 884.848 Stellenanzeigen im Bauwesen / Handwerk ausgeschrieben

Monatliche Entwicklung:
Höhepunkt im März

In den ersten Monaten des neuen Jahres galten noch deutlich mehr Corona bedingte Beschränkungen – angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Perspektive waren die Unternehmen entsprechend zurückhaltend auf dem Stellenmarkt. Dennoch sind bereits im Januar und Februar rund 300.000 mehr Angebote ausgeschrieben worden als 2020. Mit Ende des ersten Quartals durften schrittweise Öffnungen durchgeführt werden, wodurch der Höhepunkt im März 2021 zu erklären ist. Friseur*innen und auch – bundeslandabhängig – teilweise Kosmetiker*innen, Zoos und Wildparks nahmen den Betrieb wieder auf.

Nach einer leichten Regression im April (Ende März führte die sogenannte „Osterruhe“ mit der entsprechenden medialen Berichterstattung zu allgemeiner Unsicherheit) stieg die Anzahl an Ausschreibungen wieder konstant an. Seit Mai geben die Inzidenzen und der bundesweite Impffortschrittgrünes Licht für immer mehr Branchen, wieder aktiv zu werden.

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Fachkräftemangel 2021:
Diese Branchen suchen händeringend nach Fachkräften

Von den insgesamt knapp 4,3 Millionen Jobangeboten auf dem deutschen Stellenmarkt wurden rund ein Drittel in der Branche der Personaldienstleistungen ausgeschrieben (rund 1.460.000 Stellen). Auf Platz 2 und 3 folgen dicht dahinter der Handel (491.000 Stellen) und die Industrie (473.000 Stellen).

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Das sind die
Top-Berufsgruppen auf dem Jobmarkt 2021

Der Fachkräftemangel setzt sich deutlich anhaltend in 2021 fort. Mithilfe des europaweit größten Stellenmarktanalyse-Tools index Anzeigendaten haben wir untersucht, wie viele offene Stellen es pro Berufssegment gibt. Auch 2021 werden in handwerklichen und technischen Bereichen besonders viele Positionen ausgeschrieben, Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften.

Wenig verwunderlich ist die Kategorie „Gesundheit, Medizin, Soziales“ auf Platz 3 der meistgesuchten Berufsgruppen. Durch die anhaltende Pandemiesituation steigt einerseits der Bedarf an Personal, andererseits ist der Dropout aufgrund von Krankheit, Burnout oder Kündigung besonders beim Pflegepersonal prävalent.

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Hierarchie-Ebenen, von Azubi bis C-Level:
Wer wird genau gesucht?

Unternehmen suchen deutschlandweit vermehrt nach Fachkräften – sei es mit speziellen Qualifikationen, mehrjähriger Berufserfahrung oder akademischen Background. Insgesamt machen Fachkräfte jeglicher Art rund 75 Prozent der offenen Jobangebote aus. Auf Platz 2. der meistgesuchten Hierarchie-Ebenen finden sich Projektleitungen, während die Ausbildungsberufe den dritten Platz belegen.

Dass Fachkräfte derart gesucht und entsprechend umkämpft sind, können sich Personaldienstleistende und Unternehmen gerade jetzt zu Nutze machen. Das letzte Jahr war geprägt von Kurzarbeit, Insolvenzen aber auch Wachstum, z.B. im E-Commerce und auch im analogen Handel. Wie ein Unternehmen in der Krisensituation mit den Mitarbeitenden umgegangen ist, trägt viel zur Wechselbereitschaft bei. Wer den Fachkräften attraktive Arbeitsbedingungen offeriert, kann von diesen Entwicklungen aktuell besonders profitieren.

hierarchie ebenen stellenmarkt fachkräfte mangel deutschland 2021

Diese Auswertung legt nah: Wer rastet, der rostet. Sei es das Ziel, neue Fachkräfte in Führungspositionen zu gewinnen oder Bestehende zu halten, wer sich nicht um sein Employer Branding kümmert, wird nicht zum Ziel gelangen.

Regionale Unterschiede auf dem Stellenmarkt
Wo ist der Fachkräftemangel besonders spürbar?

Während die Wirtschaft sich insgesamt erholt und bundesweit deutlich mehr Positionen ausgeschrieben werden, unterscheiden sich die Bundesländer untereinander deutlich. Wir haben die regionalen Unterschiede genauer unter die Lupe genommen.

Grafik-nach-Bundesland-erstes-Halbjahr-2021

Absolut gesehen werden in den größten Bundesländern (NRW, Bayern, BaWü und Niedersachsen) auch die meisten Stellen ausgeschrieben. Diese 4 Bundesländer vereinen zusammen rund 60 Prozent der Vakanzen.

Auch wenn in kleineren Bundesländern entsprechend weniger offene Stellen zu finden sind, ist der Unterschied von gesuchten Positionen pro Unternehmen bemerkenswert. Während in den großen Bundesländern pro Unternehmen durchschnittlich zwischen 8,5 und 8,7 offene Stellen besetzt werden sollen, suchen Unternehmen, die in den kleineren Bundesländern ansässig sind, nach Mitarbeitenden für 6,5 bis 5,0 Vakanzen. Nicht nur absolut, auch relativ gesehen herrscht ein höherer Personalbedarf in den größeren Bundesländern.

Städtevergleich:
Die Top 5 auf dem Stellenmarkt

Rund 20 Prozent der bundesweiten Jobangebote finden sich auf fünf Städte verteilt. Unsere Analyse hat ergeben, dass in diesen Städten die meisten Stellen ausgeschrieben sind:

Berlin 293.421 33.653 6,90%
München 171.526 22.579 4,00%
Hamburg 164.300 23.556 2,80%
Frankfurt am Main 98.874 14.147 2,30%
Köln 91.225 14.329 2,10%

In den Ballungszentren der Republik sind entsprechend viele Unternehmen ansässig und suchen nach neuen Mitarbeitenden. Da sich aufgrund der aktuellen Situation sehr viel im Bereich „Home Office“ entwickelt, ist die nähere Umgebung dieser großen Städte ebenfalls für Personaldienstleistende interessant. Teils-Teils-Konzepte (bspw. zwei Tage Home-Office, drei Tage Büro / vor Ort) oder 100 Prozent Home-Office bereiten völlig neue Möglichkeiten im Recruiting.

Eine genaue Analyse, welche Branchen und Unternehmen spezifisch in diesen Städten (oder Ihrer Region) aktiv sind, lässt sich problemlos über index Anzeigendaten durchführen. Blicken Sie beim Active Sourcing von Kandidat*innen auch entsprechend über den Stadtkern hinaus.

Fakten, Zahlen, Erkenntnisse:
So profitieren Personaler*innen vom Fachkräftemangel

Für Personal-
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Vom Lead zum Volltreffer

Diese Analyse des deutschen Stellenmarkts 2021 zeigt: Der wirtschaftliche Kurs ist aktuell voll auf Wachstum ausgerichtet. Bereits nach einem halben Jahr sind die Messwerte des Vorjahres übertroffen bzw. auf dem besten Wege, bis zum Ende des Jahres überholt zu werden.

Dieser nationale Aufwärtstrend ist jedoch kein uneingeschränkter Grund zur Freude. Während Unternehmen in großen Städte bzw. wirtschaftlich starken Regionen wie dem Süden Deutschlands die Lockerungen und Öffnungen in der aktuellen Situation ausnutzen können, bestehen nach wie vor Engpässe in ländlichen Regionen, besonders in Branchen wie Gesundheit und sozialer Arbeit.

Neben gutem Employer Branding und Weiterentwicklungen im Bereich Digitalisierung & Home-Office, werden Personaldienstleister*innen deshalb weiterhin für viele Unternehmen eine unabdingbare Ressource darstellen, um den Personalmangel erfolgreich anzugehen.

Die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen unserer großen, tiefschürfenden Studie zum Jobmarkt 2020 haben immer noch Bestand: Fachkräfte müssen nicht nur gewonnen, sondern auch gebunden werden – und wer vom wachsenden Stellenmarkt ein großes Stück vom Kuchen abhaben will, braucht entscheidende Wettbewerbsvorteile.

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