Kategorien: Stellenmarkt | 15. März 2021

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Beschäftigungsarten: Welche Arbeitszeitmodelle sind die gefragtesten?

Man hört es immer wieder: Fachkräftemangel. An allen Ecken und Enden werden Arbeitskräfte benötigt und so gibt es auf dem Stellenmarkt eine vielfältige Auswahl an Jobs. Die Angebote unterscheiden sich nicht nur nach Berufsgruppen oder Hierarchie, sondern auch nach der Art der Beschäftigung. Damit jede*r einen Job findet, der zu ihr/ihm passt, gibt es beispielsweise Minijobs für Studierende, die sich so ihr WG-Zimmer neben dem Studium finanzieren, Teilzeitjobs für Familienväter und -mütter sowie Vollzeitstellen für Karrierehungrige.

Die Expert*innen der index-Gruppe haben sich diesen Monat den Stellenmarkt auf der Ebene dieser drei Beschäftigungsarten angeschaut und analysiert, wie sich die Angebote im Verlauf des vergangenen Jahres 2020 entwickelt haben.

Der Einstieg ins neue Jahrzehnt war dynamisch

Müsste man das Jahr 2020 bildlich beschreiben, könnte man den Vergleich mit einer Achterbahnfahrt in den Raum werfen. Zu Beginn des Jahres 2020 gab es fast 350.000 inserierte Vollzeitstellen, aus denen potenzielle Bewerber*innen wählen konnten. Im Februar stiegen die Zahlen sogar auf über 353.500 Vollzeitjobangebote. Das liegt daran, dass Firmen am Anfang eines Jahres oft intensiv nach neuen Mitarbeiter*innen suchen und viele Arbeitnehmer*innen diesen Auftakt für einen beruflichen Tapetenwechsel nutzen. Das führt unter anderem dazu, dass die Zahl der Angebote auf dem Stellenmarkt in den ersten Monaten eines Jahres ansteigt.

„Viele Unternehmen nutzen den Jahresauftakt für eine Recruitingoffensive.“

Durch die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland seit März 2020 sanken die ausgeschriebenen Vollzeitstellen von über 306.500 im März auf rund 215.000 angebotene Vollzeitinserate im April. Wie bei einer Achterbahn gab es hier einen steilen Abfall der Kurve. Ab Juni stiegen die Zahlen der zu besetzenden Jobs für Vollzeitkräfte wieder an. Arbeitssuchende konnten in diesem Monat aus mehr als 262.000 Jobs wählen. Bis zum Oktober (über 300.000 Stellenausschreibungen) stiegen die Inserate stetig an. In den letzten beiden Monaten des Jahres 2020 nahmen die Zahlen wieder ein wenig ab. Gründe dafür sind beispielweise die bevorstehenden Feiertage im Dezember, sowie der baldige Jahreswechsel und der damit verbundene Rückgang an Jobausschreibungen und Bewerbungen.

Lockdown lässt Nachfrage an Teilzeitarbeitskräften und Aushilfen sinken

Für Menschen, die auf der Suche nach einer Teilzeitanstellung waren, gab es im Januar 2020 die größte Auswahl an Jobs. Mit mehr als 38.000 Angeboten wurden in diesem Monat die meisten Teilzeitarbeitskräfte nachgefragt. Der Anbruch eines neuen Jahrzehnts könnte ein Grund für Firmen sein, Umstrukturierungen oder Ausweitungen des Unternehmens anzustreben und damit einhergehend neue Mitarbeiter*innen einzustellen. Im weiteren Verlauf des Jahres sanken die Inserate, bis sich die Nachfrage ab Juni mit mehr als 22.500 Stellenangeboten langsam stabilisierte. Ähnlich sah es bei Minijobangeboten aus. Hier war jedoch der Februar der Monat mit den meisten inserierten Minijobs (über 19.000 Stellenangebote). In den Folgemonaten nahm die Nachfrage und somit auch das Angebot aufgrund der eingetretenen Pandemie drastisch ab, stabilisierte sich jedoch ab Juni wieder, als die Lockdown-Maßnahmen gelockert wurden.

Auch Angebote von Personaldienstleistern waren rückläufig

Personaldienstleister und Zeitarbeitsfirmen inserierten mit über 94.500 Stellenangeboten und einem Anteil von 31 Prozent an allen Vollzeitstellen im März die meisten Jobs. Im Ranking folgt der Monat November, in welchem mehr als 93.500 Angebote von Personaldienstleistern veröffentlicht wurden. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass wegen der hohen Entlassungszahlen durch die Pandemie Personaldienstleister versuchen, Fachkräfte für sich zu rekrutieren.
Aufgrund der Infektionszahlen gab es von März zu April mit über 63.500 ausgeschriebenen Stellen ebenfalls einen Rückgang der Jobangebote von Personaldienstleistern, der sich auf -33 Prozent belief. Die Zahl der im April geschalteten Teilzeitstellen betrug rund 2.000 Angebote und markiert den Tiefpunkt des Angebots von Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleistern im Jahresverlauf.

Nur Vorrübergehend? Coronafolgen bei den Minijobbern

Vor allem in der Gastronomie werden viele Aushilfs- und Minijobs angeboten. Die Schließung von Bars und die strikten Regeln für Restaurants und andere Gastbetriebe führten zu einem starken Rückgang der Nachfrage an Minijobbern. Aus diesem Grund sank die Zahl an Minijobinseraten von über 2.500 Angeboten im Februar auf gerade mal 850 Angebote im Mai, was einem Rückgang von 69 Prozent entspricht. Zum Ende des Jahres gab es einen Anstieg der Minijobstellenausschreibungen von Personaldienstleistungsunternehmen und so näherte sich die Anzahl der Inserate im November (über 2.200 Jobs) dem Niveau des Jahresbeginns an.

„Die Schließung von Bars und die strikten Regeln für Restaurants und andere Gastbetriebe führten zu einer verringerten Nachfrage nach Minijobbern.“

Da in der Vorweihnachtszeit ein erhöhtes Konsum- und Kaufverhalten vorherrscht, hatten viele Geschäfte im Einzelhandel Aushilfsbedarf und stellten Aushilfsarbeiter*innen ein.
Das Coronavirus hält uns noch immer in Atem und erschwert die Bedingungen auf dem Stellenmarkt, doch der entwickelte Impfstoff lässt auf baldige Besserung des Privat- und Arbeitslebens hoffen. Bis dahin heißt es durchhalten und gesundbleiben!

Basis der Analyse sind über 1,3 Millionen von index Anzeigendaten ausgewertete Stellenangebote aus 190 Print- und 184 Online-Quellen auf dem deutschen Stellenmarkt im Jahr 2020.

Diese Trendanalyse ist ein Angebot von index Anzeigendaten und index Research – einem Service der index Internet und Mediaforschung GmbH mit Sitz in Berlin. Unter www.anzeigendaten.de und in unserem Online-Mag (Magazin) finden Sie viele weitere interessante Informationen zum Personalmarkt für die aktive Unterstützung Ihrer Akquise.

index Internet und Mediaforschung GmbH, Berlin

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Unsere Studie zum Fachkräftemangel in Deutschland 2020

Erfahren Sie, wie sich die Corona-Pandemie auf das Jobangebot und den Fachkräftemangel ausgewirkt hat.

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