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So war 2020: ein turbulentes Jahr im Rückblick

Kategorien: Stellenmarkt | 15. Februar 2021

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Das Jahr 2020 brachte nicht nur den Beginn eines neuen Jahrzehnts, sondern leider auch eine globale Pandemie mit sich. So entstanden intensive neue Herausforderungen für jeden einzelnen in der Gesellschaft, der Politik, dem Gesundheitswesen und der Wirtschaft. Auf dem Stellenmarkt ging es die letzten 12 Monate rauf und runter, jedoch anders als die Jahre zuvor.
Aus diesem Grund haben die Experten der index-Gruppe die vergangenen 12 Monate Revue passieren lassen und sich die Jahresentwicklung der Anzeigenschaltung in ausgewählten Berufsgruppen genauer angeschaut.

Wie drastisch waren die Rückgänge auf dem Deutschen Stellenmarkt wirklich? In welchen Berufsgruppen blieb die Nachfrage an Arbeitskräften stabil? Und wie entwickelte sich das Stellenangebot von Personaldienstleistern und Zeitarbeitsfirmen? Wir haben die Antworten!

Wie alles begann: Der Start ins Jahr war vielversprechend

In der Berufsgruppe Hotel-/Gastgewerbe, Tourismus, Empfang wurden zu Beginn des Jahres 2020 die meisten Stellenanzeigen veröffentlicht. Im Januar waren es rund 5.400 Stellenangebote von Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleistern. Insgesamt gab es rund 49.300 Inserate. Im Februar belief sich die Gesamtzahl auf über 48.600 Inserate. Personaldienstleister schalteten sogar mehr als im Vormonat, denn sie veröffentlichten fast 5.900 Vakanzen für den Bereich Hotel-/Gastgewerbe. Als Folge der beginnenden Corona-Pandemie nahmen die Zahlen in den Folgemonaten stark ab. Ein drastisches Tief der Anzeigenschaltung wurde bereits im April des Jahres erreicht, denn in diesem Monat gab es deutschlandweit nur knapp über 15.000 geschaltete Stellenanzeigen innerhalb dieser Berufsgruppe. Vergleicht man den Januar als Höhepunkt der Anzeigenschaltung und den Monat mit den wenigsten Stellenanzeigen (Dezember), so ergibt sich im Hotel- und Gastgewerbe ein Anzeigenrückgang von 74 Prozent.

Tourismus und Gastgewerbe hat es mit einem Anzeigenrückgang von 74 Prozent 2020 besonders schwer getroffen.

Die Berufsgruppe Transport, Verkehr, Logistik und Lager startete das Jahr ebenfalls vielversprechend. Hier wurden im Januar rund 38.200 Stellenanzeigen veröffentlicht (29 Prozent davon von Personaldienstleistern). Diese Zahl stieg im Februar noch auf fast 41.700 Inserate an, von denen insgesamt 31 Prozent von Personaldienstleistungsunternehmen geschaltet wurden. Doch auch in dieser Berufsgruppe gab es im April einen drastischen Rückgang. So waren es nur knapp über 19.400 geschaltete Jobangebote im Frühlingsmonat (knapp 7.000 Inserate von Personaldienstleistern).
Durch die Schließung vieler Läden im Einzelhandel bestellte ein Großteil der Menschen ihre Waren im Internet. Damit diese Bestellungen zugestellt werden konnten, wurden in den Folgemonaten wieder mehr Stellenanzeigen inseriert und die Zahlen der Jobangebote stieg allmählich wieder an.

Wir brauchen Gesundheits- und Pflegefachkräfte!

Während die Nachfrage an Arbeitskräften in fast allen Berufsgruppen im April stark sank und im Verlaufe des Jahres langsam wieder zunahm, entwickelte sich das Geschehen in der Berufsgruppe Gesundheit, Medizin und Soziales ganz anders.

Zu Jahresbeginn wurden auch hier mehr Stellenanzeigen geschaltet, als in den meisten Folgemonaten. Im Januar waren es rund 59.500 Inserate (Personaldienstleister schalteten rund 16.500 Anzeigen) und im Februar über 59.000 Inserate (mehr als 15.000 Anzeigen kamen von Personaldienstleistern). Der Höhepunkt der Anzeigenschaltung wurde jedoch im Juni mit insgesamt mehr als 60.400 Stellenanzeigen (davon über 20.100 von Personaldienstleistern und Zeitarbeitsfirmen) geschalteten Inseraten erreicht. Ein Grund für diesen Anstieg war die andauernde Pandemie. Um die Versorgung alter und kranker Menschen zu diesem Zeitpunkt und auch zukünftig gewährleisten zu können, wurden mehr Arbeitskräfte im Gesundheitswesen gebraucht.

   Vor allem in der Unterberufsgruppe Arztberufe blieben die Zahlen konstant.

Der April war sogar der Monat mit den meisten Jobausschreibungen für Ärzte. Insgesamt gab es über 5.300 Inserate, Personaldienstleister schalteten davon mehr als 750 Anzeigen.

Der gesteigerte Bedarf an Pflegepersonal lässt sich hingegen mit zwei Monaten Versatz am Stellenmarkt ablesen. Hier wurden die Höchstwerte im Juni und Juli mit knapp 33.000 bzw. knapp 31.000 Stellenausschreibungen erreicht. Pflegekräfte bilden das entscheidende Fundament bei der Pflege von kranken und bedürftigen Menschen. Durch das Ansteigen der Infektionszahlen haben die Krankenhäuser nicht mehr genügend Pflegepersonal, um die Versorgung aufrecht zu erhalten. Demzufolge steigt die Nachfrage und die Zahl der Jobangebote im Gesundheitswesen.

Neues Jahr, neues Glück: Wie wird sich 2021 auf dem Stellenmarkt zeigen?

Üblicherweise nimmt die Nachfrage an Arbeitskräften gegen Ende des Jahres ab. Firmen und Arbeitgeber scheinen in Jahresabschluss- und Weihnachtsstimmung und bereit für einen Neuanfang zu sein, und genauso so verhielt es sich es auch gegen Ende 2020.

Die Zahlen der Anzeigen gingen im Dezember wieder zurück und auch Personaldienstleister und Zeitarbeitsunternehmen schalteten weniger Stellenangebote. In der Berufsgruppe Hotel-/Gastgewerbe, Tourismus, Empfang (insgesamt fast 12.900 Anzeigen) und der Unterberufsgruppe Arztberufe (insgesamt über 3.900 Anzeigen) war dies sogar der Monat mit den wenigsten Angeboten im ganzen Jahr.

Nun bleibt nur hoffnungsvoll abzuwarten, was das Jahr 2021 mit sich bringt. Es stellt sich nicht die Frage, ob es besser wird, sondern wann. Bis dahin heißt es durchhalten, gesundbleiben und rücksichtnehmen.

Die index-Gruppe wünscht alles Gute im neuen Jahr 2021.

Basis der Analyse sind über 1,3 Millionen von index Anzeigendaten ausgewertete Stellenangebote aus 190 Print- und 184 Online-Quellen auf dem deutschen Stellenmarkt im Jahr 2020.

 

Diese Trendanalyse ist ein Angebot von index Anzeigendaten und index Research – einem Service der index Internet und Mediaforschung GmbH mit Sitz in Berlin. Unter www.anzeigendaten.de und in unserem Online-Mag (Magazin) finden Sie viele weitere interessante Informationen zum Personalmarkt für die aktive Unterstützung Ihrer Akquise.

index Internet und Mediaforschung GmbH, Berlin

www.Anzeigendaten.de | www.personalmarktforschung.de  

research@index.de

Unsere Studie zum Fachkräftemangel in Deutschland 2020

Erfahren Sie, wie sich die Corona-Pandemie auf das Jobangebot und den Fachkräftemangel ausgewirkt hat.

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Evgeniya KozachenkoEvgeniya Kozachenko
Senior Analyst / Teamleitung Marktforschung

e.kozachenko@index.de

+49 30 390 88 – 403

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