Der index
Stellenmarkt-Ticker
vom 12.10. bis 25.10.2020

Kategorien: Stellenmarkt | 28. Oktober 2020

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Pflegenotstand: Nachfrage nach Fachkräften im Gesundheitssektor lässt nicht nach

Der Fachkräftemangel im Gesundheitssektor war bereits vor der Corona-Pandemie ein präsentes Thema, doch rückt derzeit wieder stark in den Vordergrund. Denn: Die Infektionszahlen steigen wieder rasant an. Und obwohl noch genug Intensivbetten frei sind, fehlt es an allen Ecken und Enden an Personal. Je Intensivpatient müsste theoretisch eine Pflegefachkraft zur Verfügung stehen. Und auch in den Heimen sind die Mitarbeiter*innen zunehmend überlastet. Die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich ist groß, zeigt unsere Analyse.

Der Stellenmarkt-Ticker wirft diese Woche einen Blick auf die ausgeschriebenen Jobangebote im Gesundheitswesen, die mit dem Pflegenotstand zusammenhängen. Wie ist die Entwicklung der Stellenangebote seit Beginn der Pandemie? In welchen Bundesländern schreiben Personaldienstleister die meisten Jobs aus?

Unsere interaktive Karte zeigt Ihnen, in welchen Stadt- und Landkreisen Unternehmen Geld in die Hand nehmen, um kostenpflichtige Stellenanzeigen zu schalten.

Die Gesamtentwicklung:

Vom 12.10. bis 25.10. schrieben 95.644 Firmen insgesamt 441.921 Stellen aus. Das Bruttoinvestment in Stellenanzeigen betrug über 104,5 Millionen Euro.

In den vergangenen zwei Wochen wurden in der Berufsgruppe Gesundheit, Medizin und Soziales knapp 64.000 Jobangebote von mehr als 19.300 Firmen ausgeschrieben, ein leichter Anstieg um zwei Prozent im Vergleich zum Anfang Oktober. Für Ärztinnen und Ärzte wurden 5.200 Jobs inseriert, in Pflege-/Arzthelferberufen 34.000 Jobs und in Sozialberufen fast 17.000 Jobs.

Nachfrage
Nach Fachkräften steigt

Fachkräfte aus der Berufsgruppe Gesundheit, Medizin und Soziales werden händeringend gesucht. Die Zahlen zum Stellenmarkt zeigen, warum von einem Pflegenotstand gesprochen wird: Während es auf dem Gesamtstellenmarkt besonders im zweiten Quartal einen recht starken Stelleneinbruch gab, schrieben in diesem Bereich fast konstant viele Unternehmen Jobangebote aus. Besonders begehrt sind Pflegefachkräfte.

Einzig im April gab es einen kleinen Rückgang an Veröffentlichungen, der aber deutlich geringer als bei allen anderen Berufsgruppen ausfiel. In den Sommermonaten wurde dann wieder verstärkt nach Personal gesucht und im Juli wurden die meisten Jobangebote ausgeschrieben: 32.600 Unternehmen waren auf der Suche nach 141.751 neuen Mitarbeiter*innen.

Entwicklung der Jobangebote im Bereich Gesundheit, Medizin, Soziales

Wo Personaldienstleister
die meisten Stellen schalten

Werfen wir nun einen Blick auf die Bundesländer. Wo wurden die meisten Fachkräfte im Bereich Gesundheit, Medizin und Soziales gesucht und – besonders spannend für Personalvermittler und Zeitarbeitsfirmen – in welchen Bundesländern ist der Anteil an ausgeschriebenen Stellen von Personaldienstleistern am größten?

Wie zu erwarten wurden in den größten Bundesländern die meisten Jobangebote ausgeschrieben. In Nordrhein-Westfalen wurden 12.300 Stellen inseriert, in Bayern knapp 11.000 Stellen und in Baden-Württemberg rund 8.500 Stellen. In der Bundeshauptstadt schrieben 2.200 Unternehmen 4.100 Jobangebote aus.

Personaldienstleister sind besonders in Bremen aktiv: 57 Prozent aller Jobangebote im Gesundheitsbereich wurden in den vergangenen zwei Wochen von Personaldienstleistern veröffentlicht. Auch in Berlin wurden über die Hälfte der Jobangebote von Personaldienstleistern ausgeschrieben. In Hamburg und Hessen liegt der Anteil im Bundesdurchschnitt, nämlich bei rund 38 Prozent. In Bayern (27 Prozent) und im Saarland (23 Prozent) sind Personaldienstleister eher zurückhaltend.

Besonders jetzt sind Personaldienstleister gefragt, erklärt index-Geschäftsführer Oliver Saul:

„Personaldienstleister können den Gesundheitssektor unterstützen und damit den Pflegenotstand abmildern, indem sie die Personalsuche und -auswahl komplett übernehmen und somit Ressourcen schaffen. Des Weiteren können sie aufgrund ihrer Erfahrungen ihre Kundenunternehmen dahingehend beraten, welche Benefits potenziellen neuen Mitarbeiter*innen angeboten werden können, um die Stelle attraktiver zu gestalten. Zeitarbeitsunternehmen können ihre Mitarbeiter*innen da platzieren, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden, egal ob in der Kontaktverfolgung oder in der Intensivpflege.“

index Anzeigendaten hilft Personaldienstleistern dabei, die richtige Position für ihre Kandidaten zu finden. Es lassen sich gezielt Firmen ermitteln, die Mitarbeiter im Gesundheitsbereich suchen und bereits Geld für die Stellenbesetzung in die Hand genommen haben. Wer Interesse hat, kann hier, kostenlos und unverbindlich, seine persönliche Online-Demo anfragen.

Wer neben Pflegepersonal
noch gesucht wird

Doch im Kampf gegen Corona sind neben Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften noch mehr helfende Hände im Hintergrund beschäftigt. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiter*innen im Rechnungswesen und in der Verwaltung, Laborant*innen, Haustechnikmitarbeiter*innen, Reinigungskräfte und noch viele weitere.

In den vergangenen zwei Wochen wurden von Unternehmen aus der Branche Gesundheits- und Sozialwesen rund 40.000 Stellen ausgeschrieben.

Das Gesundheitswesen kann in drei weitere Unterbranchen aufgeteilt werden. In Krankenhäusern wurden vom 12.10. bis 25.10.2020 mehr als 9.200 Fachkräfte und damit der größte Anteil gesucht. Arzt- und Zahnarztpraxen schrieben 4.200 Stellen aus. Des Weiteren wurden 5.200 Jobangebote im restlichen Gesundheitsbereich veröffentlicht, unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz oder Ärzte der Welt e.V.

Im sozialen Bereich wurden 24.000 Stellen ausgeschrieben, davon mehr als 8.000 von Heimen. Gesucht wurden Wohnbereichsleiter*innen, Pflegefachkräfte, Erzieher*innen, Köche und Köchinnen. Daneben gehören Sozialpädagog*innen zu den meistgesuchten Profilen.

Jobangebote in der Branche Gesundheits- und Sozialwesen

Wo wird aktuell
in die Mitarbeiter-
suche investiert?

Stellenmarkt vom 12.10. bis 25.10.2020 nach Stadt- und Landkreisen

Wer kostenpflichtige Stellenanzeigen schaltet, hat besonders hohen Personalbedarf und ist auch bereit, in die Personalgewinnung zu investieren. Besonders viele Stellenanzeigen wurden von Unternehmen in den Metropolregionen veröffentlicht, neben Berlin, Hamburg und Hannover zum Beispiel auch im Rhein-Neckar- und Main-Taunus-Kreis.
Die Jobbörse Indeed wurde nicht betrachtet.

Bewegen Sie die Maus über den Landkreis und Ihnen wird angezeigt, wie viele Firmen wie viele Stellenanzeigen kostenpflichtig inserierten.

Interesse an weiteren
Daten zum Stellenmarkt?

Sie möchten noch genauer wissen, wie sich der Stellenmarkt aktuell entwickelt und was sich zum Beispiel in bestimmten Regionen, Arbeitsbereichen und Branchen tut?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Evgeniya KozachenkoEvgeniya Kozachenko
Senior Analyst / Teamleitung Marktforschung

e.kozachenko@index.de

+49 30 390 88 – 403

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BILDQUELLEN Headerbild und Beitragsbild: Unsplash.com, Javier Matheu