Der index
Stellenmarkt-Ticker
vom 28.09. bis 11.10.2020

Kategorien: Stellenmarkt | 15. Oktober 2020

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Nachfrageindex: In diesen Branchen und Bundesländern ist der Fachkräftebedarf besonders stark

Mehr als 400.000 Stellenangebote standen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den letzten beiden Wochen zur Verfügung. Aber wie hoch ist die Nachfrage nach diesen Jobs überhaupt?
In diesem Stellenmarkt-Ticker betrachten wir, neben den Jobangeboten im September, auch die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – und setzen beides in Zusammenhang. Dafür haben wir sowohl auf Branchen- als auch auf Bundesländer-Ebene den Nachfrageindex berechnet.

Zudem zeigt unsere interaktive Karte, wie viel in den einzelnen Stadt- und Landkreisen in die Personalsuche investiert wird.

Der Nachfrageindex:
Was er aussagt

Der Nachfrageindex gibt Auskunft darüber, wie viele Jobangebote auf wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte fallen. Zu diesen zählen alle Arbeitnehmer*innen, auch Auszubildende, Werkstudent*innen und Praktikant*innen. Er berechnet sich aus der Zahl der Jobangebote im Verhältnis zum aktuellen Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Der Index bietet also eine schnelle Übersicht darüber, wie stark bzw. intensiv die Nachfrage nach bestimmten Jobangeboten ist. Ein hoher Wert bedeutet, dass im Verhältnis zu den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern viele Jobangebote in einem bestimmten Bereich zur Verfügung stehen, sodass hier ggf. schon von einem Mangel an Fachkräften ausgegangen werden kann. Dagegen weist ein niedriger Wert auf ein geringes Jobangebot im Vergleich zur Beschäftigtenanzahl hin.

IT-Branche
Auf Wachstumskurs

Nach Daten der Bundesagentur für Agentur, gehen in Deutschland mehr als 33,2 Millionen Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Im September wurden 584.561 Jobangebote ausgeschrieben. Dabei wurden nur die Jobs erfasst, die von Unternehmen und nicht von Personaldienstleistern veröffentlicht wurden. Der durchschnittliche Nachfrageindex beträgt somit 1,8. Anders ausgedrückt: Im September gab es in Deutschland pro 100 Beschäftigte rund 1,8 offene Stellen.

Rund 20 Prozent aller Beschäftigten sind in der Industriebranche tätig, 15 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen und knapp 14 Prozent in der Handelsbranche. Im öffentlichen Dienst ebenso wie im Baugewerbe arbeiten rund 6 Prozent, in der Internet- und Kommunikationsbranche 3,5 Prozent und im Gastgewerbe 3,1 Prozent.

SVB nach Branchen

In welcher Branche werden allerdings, im Vergleich zu den Beschäftigten, die meisten Jobangebote veröffentlicht?

Die Branche Information und Kommunikation führt mit einem Nachfrageindex von 3,9 das Ranking an: Auf rund 1,2 Millionen Beschäftigte kommen 45.747 Jobangebote. Der Wert zeigt, dass der Fachkräftemangel in der IT-Branche auch in der Corona-Pandemie allgegenwärtig ist. Die Firmen, die die meisten neuen Mitarbeiter*innen suchten, waren im September die Vodafone Academy, die Deutsche Telekom AG und SAP Deutschland.

Auch im Gastgewerbe ist der Nachfrageindex mit 3,2 überdurchschnittlich hoch. Allen voran schalteten im September die Victor’s Health Care Catering GmbH und McDonald’s Deutschland die meisten Stellenangebote. Die Branche ist für eine hohe Dynamik bekannt und die schwierige aktuelle Lage scheint wenig daran geändert zu haben. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Nachfrage auch bei den derzeit steigenden Infektionszahlen und Beherbergungs- und Gastronomiebeschränkungen weiter bestehen bleibt.

Bei qualifizierten Unternehmensdienstleistungen liegt der Nachfrageindex mit 2,4 ebenfalls recht hoch. Auch in der Handelsbranche wurden mehr als 122.000 Jobangebote veröffentlicht; somit wurden hier pro 100 Beschäftigte rund 2,7 neue Stellen ausgeschrieben.

Im Mittelfeld befinden sich das Baugewerbe mit einem Nachfrageindex von 2,0, der öffentliche Dienst mit 1,8 und das Gesundheits- und Sozialwesen mit 1,7.

Abgeschlagen auf dem vorletzten Platz befindet sich die Industrie. Im Ranking der Beschäftigten belegen sie zwar den ersten Platz, aber es wurden nur 93.161 Jobs veröffentlicht. Damit folgen sie mit großem Abstand hinter der Handelsbranche. Der Nachfrageindex beträgt 1,4 und liegt damit unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in dieser Branche deutlich zu spüren.

Nachfrageindex

Hier gibt es
Akquise-Potenzial

Was bedeuten die Ergebnisse für Personaldienstleister?

Der Fachkräftemangel zeigt sich vor allem in den Branchen mit hohem Nachfrageindex, sodass sich für Personaldienstleister hier die besten Chancen ergeben, Unternehmen bei der Stellenbesetzung zu unterstützen. Das bedeutet aber nicht gleich, dass es in Branchen mit niedrigem Nachfrageindex nichts zu holen gibt. Die Industrie zum Beispiel bietet, trotz eines Nachfrageindizes von „nur“ 1,4, das größte Jobangebot. Personaldienstleister sind jetzt gefragt, die passenden Mitarbeiter*innen für diese Stellen zu finden. index-Geschäftsführer Oliver Saul kommentiert die Zahlen so:

„Grundsätzlich bietet jede Firma, egal in welcher Branche sie tätig ist, Akquise-Potenzial. Wichtig ist, dass man den Hörer in die Hand nimmt und anfängt zu telefonieren. Die meisten unserer Kundinnen und Kunden sind sehr überrascht, wenn sie index Anzeigendaten zum ersten Mal benutzen und sehen, wer alles in ihrer Region auf Personalsuche ist. Davor wussten sie meistens überhaupt nicht, dass diese Firmen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen.“

index Anzeigendaten listet die Stellenanzeigen und personalsuchenden Unternehmen und stellt Personaldienstleistern dieses als digitales Vertriebssystem bereit. Es lassen sich gezielt Firmen ermitteln, die Mitarbeiter einer bestimmten Fachrichtung oder mit gewissen Qualifikationen suchen und bereits Geld für die Stellenbesetzung in die Hand genommen haben. Wer Interesse hat, kann hier, kostenlos und unverbindlich, seine persönliche Online-Demo anfragen.

In den Stadtstaaten 
ist die Nachfrage am größten

Die Bundesagentur für Arbeit meldet in Nordrhein-Westfalen die meisten Beschäftigten: Fast sieben Millionen Menschen gehen hier einer Erwerbstätigkeit nach. Dahinter folgen Bayern mit 17 Prozent und Baden-Württemberg mit 14 Prozent aller Beschäftigten.

Dennoch zeigt der Nachfrageindex: Besonders in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg werden, gemessen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die meisten Jobangebote veröffentlicht. In Berlin waren mehr als 10.7000 Unternehmen auf der Suche nach 35.474 neuen Mitarbeiter*innen; der Nachfrageindex beträgt 2,3. In Hamburg waren es 22.000 Jobangebote, die im September veröffentlicht wurden, und 995.400 Berufstätige. Hier kommen also 2,2 offene Stellen auf 100 Beschäftigte.

Die drei dünner besiedelten Bundesländer Bayern, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegen mit 2,0 ebenfalls über dem bundesweiten Durchschnitt.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden derzeit deutlich weniger Fachkräfte nachgefragt. Der Nachfrageindex beträgt 1,6 bzw. 1,5 Prozent.

Wo wird aktuell
in die Mitarbeiter-
suche investiert?

Stellenmarkt vom 28.09. bis 11.10.2020 nach Stadt- und Landkreisen

Wer kostenpflichtige Stellenanzeigen schaltet, hat besonders hohen Personalbedarf und ist auch bereit, in die Personalgewinnung zu investieren. Besonders viele Stellenanzeigen wurden von Unternehmen in den Metropolregionen veröffentlicht, neben Berlin, Hamburg und Hannover zum Beispiel auch im Rhein-Neckar- und Main-Taunus-Kreis.
Die Jobbörse Indeed wurde nicht betrachtet.

Bewegen Sie die Maus über den Landkreis und Ihnen wird angezeigt, wie viele Firmen wie viele Stellenanzeigen kostenpflichtig inserierten.

Interesse an weiteren
Daten zum Stellenmarkt?

Sie möchten noch genauer wissen, wie sich der Stellenmarkt aktuell entwickelt und was sich zum Beispiel in bestimmten Regionen, Arbeitsbereichen und Branchen tut?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Evgeniya KozachenkoEvgeniya Kozachenko
Senior Analyst / Teamleitung Marktforschung

e.kozachenko@index.de

+49 30 390 88 – 403

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