Der index
Stellenmarkt-Ticker
vom 15.06. bis 28.06.2020

Kategorien: Stellenmarkt | 01. Juli 2020

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Branchen-Spezial – höchster Anzeigenumsatz in der Industrie, größtes Angebot im Handel

Auch diese Woche blicken wir auf den Stellenmarkt und fassen die spannendsten Entwicklungen der letzten beiden Wochen zusammen.

In diesem Stellenmarkt-Ticker stehen die einzelnen Branchen im Fokus und dafür haben wir zwei Rankings vorbereitet: Zum einen nach Anzahl der veröffentlichten Stellenangebote, zum anderen nach dem investierten Budget in Stellenanzeigen. Auffällig ist, dass sich diese beiden Rankings voneinander unterscheiden.

Zudem zeigt unsere Karte wieder, wie viele kostenpflichtige Stellenanzeigen in den einzelnen Städten und Landkreisen geschaltet wurden.

Die Gesamtentwicklung:

Vom 15.06. bis 28.06. schrieben 88.828 Firmen insgesamt 390.606 Stellen aus. Investiert wurden rund 93,3 Millionen Euro in Stellenanzeigen. Somit wurden im Vergleich zu unserem Update aus der vergangenen Woche 4,4 Prozent mehr Stellenangebote veröffentlicht. Besonders die Kalenderwoche 15 sticht mit vielen Jobangeboten heraus – zwischen dem 15. und 21. 06. wurden 203.230 Jobangebote geschaltet.

Die Top 10
Branchen:

In den letzten Wochen haben wir Arbeitsbereiche wie technische Berufe, Arztberufe oder IT und Telekommunikationsberufe genauer unter die Lupe genommen und die Entwicklungen analysiert. In diesem Stellenmarkt-Ticker werfen wir einen Blick auf die Jobangebote je Branche. Eine Branche stellt den Wirtschafts- und Geschäftszweig des Unternehmens dar. Dabei können mehrere unterschiedliche Berufsgruppen einer Branche zugeordnet werden.

Kostenloser Ratgeber
für Personaldienstleister

Die meisten Fachkräfte wurden vom 15.06. bis 28.06.2020 in der Handelsbranche gesucht – insgesamt wurden rund 44.500 Jobangebote veröffentlicht. Nachdem die corona-bedingten Geschäftsschließungen aufgehoben wurden, wird im Einzel- und Großhandel nun wieder dringend Personal gebraucht. Mit deutlichem Abstand folgen auf dem zweiten Platz die 36.857 Jobangebote in der Industriebranche.
Die Entwicklungen der letzten Wochen haben gezeigt, dass derzeit besonders Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal benötigt wurden, um die medizinische Versorgung gewährleisten zu können. Insgesamt wurden im Gesundheits- und Sozialwesen mehr als 34.600 neue Mitarbeiter*innen, besonders in Krankenhäusern, gesucht. Das sind sogar zwölf Prozent mehr Jobs als genau vor einem Jahr.

Auf dem vierten Platz im Ranking mit 21.437 offenen Stellen folgt die Branche Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen und auf dem fünften Platz die Branche Information und Kommunikation mit rund 18.000 Jobs. Dazu zählen, neben IT-Fachkräften und der Telekommunikation auch das Verlagswesen. In der Öffentlichen Verwaltung wurden in den vergangenen zwei Wochen rund 15.000 neue Stellenangebote veröffentlicht. Mit Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern werden wieder mehr Mitarbeiter im Hotel- und Restaurantbetrieben benötigt. Auch wenn durch die Corona-Entwicklungen das Vorjahresniveau noch nicht erreicht werden kann, wurden im Gastgewerbe fast 13.000 Jobs vergeben – Tendenz steigend.
Der zehnte Platz wird von der Branche Erziehung und Unterricht mit 10.684 Jobs belegt.

Handelsbranche
im Detail

Die Handelsbranche ist die Nummer eins bei den veröffentlichten Jobangeboten. Ein Grund, diese Branche einmal genauer zu betrachten. Über 70 Prozent der Jobangebote (rund 31.600 Jobs) wurden in der Einzelhandelsbranche geschaltet. Darunter fallen Verkäufer*innen, Einkäufer*innen und Verkaufsberater*innen sowie Produktmanager*innen, aber auch Mitarbeiter*innen im Rechnungswesen. Der Großhandel umfasst 19 Prozent der Jobangebote in der Handelsbranche. Es wurden vor allem kaufmännische Mitarbeiter*innen, Sachbearbeiter*innen und Kundenberater*innen gesucht. 4.825 offene Stellen waren in der Unterbranche Handel mit Kraftfahrzeugen, sowie Instandhaltung und Reparatur ausgeschrieben.

Top 10 Branchen
nach Anzeigenumsatz:

Neben der Anzahl der Jobangebote ist ebenfalls spannend, wie viel je Branche in die Besetzung der Stellen investiert wird. Bei der Betrachtung nach Anzeigenumsatz ergibt sich nämlich ein verändertes Ranking: Hier liegt die Industriebranche mit einem deutlich höheren Anzeigenumsatz von mehr als 12,3 Millionen Euro in den letzten beiden Wochen auf dem ersten Platz. Die Handelsbranche folgt dahinter mit rund 11,6 Millionen Euro. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass es deutlich schwieriger ist, eine Stelle im verarbeitenden Gewerbe zu besetzen als in der Handelsbranche. Durchschnittlich wird in der Industrie 334 Euro für Stellenanzeigen für einen Job ausgegeben, in der Handelsbranche ungefähr 260 Euro.

JETZT NEU:
Studie zum Recruiting
in der Corona-Phase

Im Gesundheits- und Sozialwesen wurden knapp 9,4 Millionen Euro investiert. Das bedeutet, dass für die Anzeigenschaltung für eine offene Stelle durchschnittlich 270 Euro ausgegeben wird.
Weitere Unterschiede: Im Ranking nach dem Anzeigenumsatz liegen die Öffentliche Verwaltung mit Ausgaben von 6,6 Millionen Euro und die Branche Erziehung und Unterricht mit 4,4 Millionen Euro auch weiter vorne. Im Baugewerbe werden durchschnittlich 250 Euro für Stellenanzeigen ausgegeben.

Industriebranche
im Detail

Die Industriebranche ist sehr vielfältig und lässt sich in index Anzeigedaten deshalb in weitere 24 Unterbranchen einteilen. Mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes wurde in diesen Top fünf Unterbranchen investiert:
16,5 Prozent der Ausgaben für Stellenanzeigen wird für die Besetzung von Fachkräften im Maschinenbau investiert. Für die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen werden vor allem Ingenieur*innen und Entwickler*innen benötigt. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Wochen 1,8 Millionen Euro für Stellenanzeigen ausgegeben.
Neben der Herstellung für Nahrungsmitteln (1,2 Millionen Euro) wurden außerdem mehr als eine Millionen Euro in die Besetzung von Stellen im pharmazeutischen Bereich investiert.

Wo wird aktuell
in die Mitarbeiter-
suche investiert?

Stellenmarkt vom 15.06. bis 28.06.2020 nach Stadt- und Landkreisen

Wer kostenpflichtige Stellenanzeigen schaltet, hat besonders hohen Personalbedarf und ist auch bereit, in die Personalgewinnung zu investieren. Besonders viele Stellenanzeigen wurden in den Metropolregionen geschaltet, neben Berlin, Hamburg und Hannover zum Beispiel auch im Rhein-Neckar- und Main-Taunus-Kreis.

Bewegen Sie die Maus über den Landkreis und Ihnen wird angezeigt, wie viele Firmen wie viele Stellenanzeigen kostenpflichtig inserierten.

Weitere Stellenmarkt-Analysen

Aktuell finden Sie in unserem Mag jede Woche ein Update zur Stellenmarkt-Entwicklung. Wenn Sie an detaillierteren Stellenmarkt-Analysen interessiert sind, zum Beispiel von bestimmten Regionen, Arbeitsbereichen oder Branchen, können Sie diese bei unserer Marktforschungsabteilung beauftragen.

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