Der index
Stellenmarkt-Ticker
vom 03.08. bis 16.08.2020

Kategorien: Stellenmarkt | 19. August 2020

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Die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Stellenangebot

In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie sich die Arbeitslosenzahlen entwickeln. Diese Woche gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass die Zahl der Erwerbstätigkeiten im zweiten Quartal weiter gesunken ist – ein außergewöhnlicher Rückgang, denn normalerweise steigt sie in dieser Zeit stark an.

Dennoch, so zeigen unsere Auswertungen zum Stellenmarkt, benötigen Tausende Unternehmen in Deutschland weiterhin Personal und veröffentlichen dafür Stellenangebote. In dieser Ausgabe des index Stellenmarkt-Tickers stellen wir beide Zahlen einander gegenüber und vergleichen die Arbeitslosenzahlen mit der Anzahl der Jobangebote pro Berufsgruppe. Daraus lassen sich wichtige Schlussfolgerungen in Bezug auf den Fachkräftemangel ableiten.

Wie immer finden Sie auch in diesem Stellenmarkt-Ticker unsere Deutschlandkarte, auf der Sie die Anzahl aller inserierten Stellenanzeigen und ausschreibenden Firmen pro Stadt/Landkreis ablesen können.

Die Gesamtentwicklung:

Vom 03.08. bis 16.08. schrieben 88.404 Firmen insgesamt 440.037 Stellen aus. Das Bruttoinvestment in Stellenanzeigen betrug über 103,6 Millionen Euro. Im Vergleich zu unserem letzten Update ist der Anzeigenumsatz leicht gestiegen, während annähernd gleich viele Stellenangebote veröffentlicht wurden.

Top 10 Berufsgruppen:
Jobangebot und Arbeitslosenzahlen im Vergleich

In den letzten Wochen haben wir verstärkt die Berufsgruppen und Branchen betrachtet, in denen die meisten Jobangebote veröffentlicht wurden und welche Trends sich entwickelt haben.

In diesem Stellenmarkt-Ticker liegt der Fokus auf den Top 10 Berufsgruppen mit den meisten ausgeschriebenen Jobs im Juli 2020, die wir mit den von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitslosenzahlen vergleichen. Analysiert wurden dabei Stellenangebote aus 197 Printquellen, 258 Onlinequellen, von rund 42.800 Firmen-Websites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Zur besseren Vergleichbarkeit werden, nicht wie üblich, die von index Anzeigendaten definierten Berufsgruppen, sondern die Klassifikation der Berufe der Bundesagentur für Arbeit verwendet.

Im Juli 2020 wurden mehr als 1 Millionen Jobangebote inseriert; im Vergleich zum Vormonat ein Plus von knapp 15 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen betrug im Juli 2,9 Millionen und stieg damit im üblichen Umfang zum Juni, lag aber um 27,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Auch wenn das Kurzarbeitergeld eingeführt wurde und die Wirtschaft jetzt auch immer mehr in Fahrt kommt, konnten coronabedingte Kündigungen in vielen Unternehmen nicht vermieden werden.

Auswertung der Top 10 Berufsgruppen

Medizinische Gesundheitsberufe führen das Top 10 Ranking an – im Juli 2020 wurden mehr als 84.600 Jobangebote in Print und Online-Medien veröffentlicht. Die Nachfrage nach Fachkräften ist besonders seit Beginn der Corona-Pandemie stark gestiegen, während in anderen Berufsgruppen weniger Jobangebote veröffentlicht wurden. Dass ein Mangel an Fachkräften innerhalb dieser Berufsgruppe besteht, zeigt der Vergleich mit den Arbeitslosenzahlen. Die Anzahl an Arbeitslosen ist im Verhältnis zu den veröffentlichten Jobangeboten um 44 Prozent geringer.

Auch für Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe wurden im Juli mit großem Abstand mehr Jobs inseriert als Arbeitslose in diesem Bereich gemeldet wurden – der Unterschied beträgt hier 17 Prozent.

Ähnlich sieht es zum einen in der Gruppe der technischen Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufe aus, zum anderen im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung: Auch in diesen beiden Berufsgruppen ist der Personalbedarf stärker als die Anzahl der gemeldeten Arbeitslosen.

In anderen Berufsgruppen ist die Situation wiederum verkehrt herum: Hier übersteigt die Anzahl der Arbeitslosen das Angebot auf dem Stellenmarkt.

Zum Beispiel in den Verkaufsberufen: Das Jobangebot für Verkäufer*innen steigt seit der Wiedereröffnung der Geschäfte Anfang Mai weiter an. Im vergangenen Monat wurden rund 60.000 Verkaufsberufe ausgeschrieben, sodass sie auf dem zweiten Platz im Ranking der am häufigsten ausgeschriebenen Berufsgruppen stehen. Dennoch liegt die Arbeitslosenzahl in Juli 2020 78 Prozent und damit weit über der Anzahl an gesuchten Mitarbeiter*innen.

Eine ähnlich große Diskrepanz herrscht bei den Verkehrs- und Logistikberufe (außer Fahrzeugführung) und im Bereich Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie.

Arbeitslosenzahlen und Stellenangebote

Fazit für Personaldienstleister:
Flexibel bleiben!

Die Auswertung zeigt: In manchen Arbeitsbereichen wie im Gesundheitswesen und den Technischen Berufen liegt die Nachfrage nach Mitarbeitern weit über dem Angebot. In anderen gibt es wiederum zu viele Arbeitssuchende für zu wenige Jobs. Insgesamt stehen den Unternehmen jedoch genügend Fachkräfte und Helfer auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, die sie als neue Mitarbeiter*innen gewinnen können.

Was können Personaldienstleister daraus für ihr eigenes Geschäft ableiten? Oliver Saul, Geschäftsführer im Vertrieb bei index, meint:

„Auf dem Arbeitsmarkt herrscht ein Ungleichgewicht, aber davon dürfen sich Personaldienstleister nicht abschrecken lassen. Sie können und sollten die Marktsituation sogar für sich nutzen, denn Fachkräfte gibt es aktuell genug. Gerade jetzt darf man mutiger sein und seine Kandidaten und Mitarbeiter auch in etwas entferntere Berufe vermitteln, in denen es Bedarf gibt. Unser Akquise-Tool index Anzeigendaten kann dabei helfen, die passenden Unternehmen zu finden, die Personalbedarf haben und auch bereit sind, in die Mitarbeitergewinnung zu investieren.“

Wer Interesse hat, index Anzeigendaten in seinem Vertrieb zu nutzen, kann hier eine unverbindliche Potenzialanalyse anfragen.

Wo wird aktuell
in die Mitarbeiter-
suche investiert?

Stellenmarkt vom 03.08. bis 16.08.2020 nach Stadt- und Landkreisen

Wer kostenpflichtige Stellenanzeigen schaltet, hat besonders hohen Personalbedarf und ist auch bereit, in die Personalgewinnung zu investieren. Besonders viele Stellenanzeigen wurden von Unternehmen in den Metropolregionen veröffentlicht, neben Berlin, Hamburg und Hannover zum Beispiel auch im Rhein-Neckar- und Main-Taunus-Kreis.

Bewegen Sie die Maus über den Landkreis und Ihnen wird angezeigt, wie viele Firmen wie viele Stellenanzeigen kostenpflichtig inserierten.

Interesse an weiteren
Daten zum Stellenmarkt?

Sie möchten noch genauer wissen, wie sich der Stellenmarkt aktuell entwickelt und was sich zum Beispiel in bestimmten Regionen, Arbeitsbereichen und Branchen tut?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Evgeniya KozachenkoEvgeniya Kozachenko
Senior Analyst / Teamleitung Marktforschung

e.kozachenko@index.de

+49 30 390 88 – 403

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BILDQUELLEN Headerbild und Beitragsbild: Unsplash.com, Ej Yao